Blockchain in der Immobilien-Branche durch Primalbase

Heute sind wir im Interview mit Herrn Ralph Manheim, dem Geschäftsführer von PrimalbaseSein Unternehmen setzt auf ein Kryptowährung-Ökosystem bei dem Mitglieder mittels Ethereum- und Waves-basierten Tokens Bürofläche teilen, verkaufen oder vermieten. Im Dezember 2017 eröffnete Primalbase seinen ersten deutschen Standort in Berlin. 2018 sollen Standorte in London, New York und Singapur folgen.

Geschäftsführer von Primalbase: Ralph Manheim
Der Geschäftsführer vom Primalbase: Ralph Manheim (Foto: Primalbase)

Was war der Beweggrund Euer Startup zu gründen?

Das Primalbase-Team besteht aus Blockchain-Enthusiasten, die zuvor bereits erfolgreich an vielen Projekten dieser Technologie gearbeitet hatten. Irgendwann fragten wir uns, wieso Blockchain nicht viel stärker in der gewerblichen Immobilienbranche etabliert ist. Schließlich wäre dies eine Branche, die unglaublich von dieser Technologie profitieren könnte. Das Blockchain-Protokoll wird nämlich nicht ohne Grund als „Vertrauensprotokoll“ bezeichnet. Es ermöglicht auf Zwischenhändler zu verzichten und direkte Peer-to-Peer-Transaktionen zwischen Personen durchzuführen, die sich nicht unbedingt gegenseitig vertrauen oder kennen müssen. Bei der gewerblichen Immobilienvermietung ist dies oftmals der Fall. Blockchain hat also das Potenzial diese Branche zu revolutionieren – und wir wollen dabei ganz vorne mit dabei sein.

Wie habt Ihr Eure Startup Idee gefunden?

Wir Primalbase Mitglieder beschäftigten uns teils schon seit Jahren mit digitalen Innovationsprojekten, viele von uns auch mit Blockchain. Nur die Büros von denen aus wir das taten, hatten so rein gar nichts Innovatives zu bieten. Irgendwann dachten wir uns: Wieso schaffen wir nicht einen Ort oder mehrere Orte an dem Blockchain nicht nur weiterentwickelt wird, sondern auch als Währung für Anmietung und Vermietung gilt? Was hindert uns eigentlich daran einen eigenen Token für unsere Community zu kreieren? Die Idee zu Primalbase und den Primalbase Token (PBT) war geboren.

Welche Dienstleistung bzw. Produkt bietet Euer Startup nun genau an und was ist neue an dieser Idee?

Wir bieten Unternehmern, Startups und Entwicklern – die meisten von ihnen stammen aus der Blockchain-Szene – Gemeinschaftsbüros in den Metropolen der Welt. Primalbase verändert dabei die traditionelle Bürovermietung und schafft ein gemeinschaftsbasiertes Ökosystem, in dem Mitglieder qualitativ hochwertige Büroräume mit Ethereum und Waves-basierten digitalen Tokens teilen, verkaufen oder vermieten können. Neben diesen direkten finanziellen und praktischen Nutzen, bauen wir für unsere Community aber auch ein komplettes Blockchain-Netzwerk auf und organisieren Workshops, Meetups und vieles mehr, um die Technologie langfristig zu fördern. Aktuell arbeiten wir zum Beispiel mit der Genesis Konferenz in London zusammen und öffnen für diese sogar vorab unseren dortigen Standort für einige Tage. Unsere Token Besitzer laden wir dazu natürlich auch herzlich ein, um sich als Erste vor allen Anderen ein Bild vom neuen Büro zu machen. Wer vorbeikommen will, kann dies am Abend des 22. Februar tun.

Bilder vom ersten Office von Primalbase in Amsterdam inklusive Workspaces, Meeting Rooms, Private Offices, Relaxation Zone (Fotos: Primalbase)

Wie habt Ihr Euch zum jetzigen Zeitpunkt schon am Markt etabliert?

Nach unserem ersten Büro und Hauptsitz in Amsterdam haben wir erst im Dezember einen weiteren Standort in Berlin direkt am Potsdamer Platz eröffnet. Unsere dritte Fläche eröffnen wir noch in diesem Frühjahr in London. Danach folgen New York im Sommer und Singapur im Herbst.

Wo seht Ihr in der Zukunft Euer langfristiges Unternehmensziel?

Wenn wir uns den Arbeitsplatz der Zukunft anschauen, so stecken wir gerade mitten in einem Umbruch: Menschen wollen künftig flexibler, kreativer und angenehmer arbeiten – diesen Wandel möchten wir mit unseren Gemeinschaftsbüros unterstützen.

Zudem glauben wir, dass die Immobilienbranche das Blockchain-Potenzial bislang unterschätzt. Hier würden wir gerne ein Umdenken einleiten: Blockchain erhöht gerade im Immobilienwesen Transparenz, erleichtert viele Prozesse, verleiht den verschiedenen beteiligten Seiten ein zusätzliches Maß an Vertrauen und macht das gesamte System offener, flexibler und zugänglicher.

Wer hat Euch geholfen das Startup zu gründen?

Wir wären nichts ohne unsere Community – und diese besteht aus Blockchain-Experten aus aller Welt, deswegen ist es schwer Einzelne herauszugreifen. Finanziell basieren wir ebenfalls auf dem Community-Prinzip: Im Juni 2017 haben wir erfolgreich einen Crowdsale abgeschlossen – alle 1000 Primalbase Tokens wurden innerhalb von rund 24 Stunden verkauft.

Habt Ihr für Euer Startup schon einen Preis oder andere Unterstützung gewinnen können?

Wir sind gerade erst so richtig durchgestartet und konzentrieren uns voll und ganz darauf unsere Community aufzubauen – zum Beispiel mit dem Ziel bis Ende 2018 fünf Büros zu haben und ein Blockchain-Ökosystem mit Mehrwert für unsere Mitglieder vorweisen zu können. Preise und Awards wären daher ein “Nice to have” – aber wir bewerben uns aktuell nicht dafür.

Was möchtet Ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Ich und meine Kollegen glauben an ein eigentlich recht einfaches Erfolgsrezept: Steht zu eurem Wort und dem was ihr Markt und Kunden versprecht. Und: Verliert dabei euer Endziel nicht aus den Augen! Bei dem aktuellen Tempo an Innovationen und Wandel ist das jedoch oft leichter gesagt als getan. Nur zu einfach verliert man sich.

Vielen Dank für das Interview, Herr Manheim! Die Redaktion wünscht Ihnen viel Erfolg weiterhin und alles Gute!

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