Smartlaw Tipp zum Thema Drag along-Klausel in der Gründung

Das Thema Drag along ist schon für Gründer im Gründungsstadium interessant, wenn sie sich die Option offen halten wollen, andere an ihrem Unternehmen zu beteiligen. Denn für Investoren gilt meistens: Nach dem Einstieg ist vor dem Exit. Wer also in ein Unternehmen investiert, hat meist auch das Interesse daran, seine Anteile wieder gewinnbringend zu verkaufen und über kurz oder lang müssen sich die Gründer mit diesem Thema dann auseinandersetzen.

Den Gewinn mindern für alle Gesellschafter können jedoch nicht nur Fehlentwicklungen, enttäuschte Erwartungen des Startups oder ähnliches, sondern auch zu kleine Anteile, die einzeln veräußert werden sollen. Denn sind die Anteile, die zum Verkauf stehen, relativ klein, dann sind sie weniger wert im Vergleich zu denjenigen Geschäftsanteilen, die als Mehrheit sämtlicher Geschäftsanteile zum Verkauf angeboten werden. Das kann sogar den Verkauf verhindern, wenn neue Käufer nur daran interessiert wären, die Mehrheit der Geschäftsanteile oder gar alle zu kaufen, um selbst maximale Entscheidungsfreiheit zu gewinnen. Aus diesem Grund ist es auch für Gründer schon interessant, eine Drag along-Klausel aufzunehmen, sobald Verhandlungen mit Investoren anstehen oder zum Beispiel Mitarbeiter am Unternehmen beteiligt werden sollen. Allerdings hat auch diese Klausel ihre Grenzen.

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SmartLaw drag along infographik

Eveli Lume, LL.M. im Berliner Büro der internationalen Kanzlei Squire Patton Boggs, betont: „In der Praxis sollte man sich bewusst sein, dass die Durchsetzbarkeit einer Drag-along Klausel mit einer steigenden Anzahl von Gesellschaftern und von verschiedenen Interessen komplizierter wird. Denn sind an der Gesellschaft bereits zahlreiche Investoren beteiligt, mangelt es häufig an einem Mehrheitsgesellschafter, der auf dem Markt gegenüber den Kaufinteressenten auftritt und alle anderen Gesellschafter zum Mitverkauf ihrer Anteile zwingen kann. Ein Fall des Drag-alongs bei mehreren Investoren erfordert somit ein Mindestmaß an Interessengleichlauf sowie Koordination zwischen den Beteiligten. Ferner sollte in einer Drag-along Klausel der Mitverkauf der restlichen Geschäftsanteile sichergestellt werden. Dies kann zB dadurch erfolgen, dass die anderen Gesellschafter den Veräußerungswilligen zum Verkauf ihrer Anteile bevollmächtigen oder auch durch angemessene Vertragsstrafen für den Fall, dass sich ein Gesellschafter durch verschiedene Verzögerungstaktiken verweigert, seine Anteile mitzuverkaufen. Solche Mechanismen werden in der Praxis leider oft übersehen.“

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