Was ist eigentlich eine Finanzierungsrunde?

Für welche Unternehmen ist eine Finanzierungsrunde interessant?

Wenn ein Unternehmen seinen Geschäftsbereich erweitern, sich vergrößern oder international tätig werden will, zieht diese Absicht meist einen erhöhten Finanzbedarf nach sich. Dies betrifft besonders stark wachsende Unternehmen. Häufig handelt es sich dabei um neu gegründete oder noch relativ junge Unternehmen, kaum dem Startup entwachsen, die eine weitere Entwicklung ihrer Geschäftstätigkeit oder ihrer Standorte in Angriff nehmen. Auf der anderen Seite haben diese Unternehmen meist noch keinen profitablen Bereich erreicht. Dass bedeutet, sie sind noch nicht in der Lage, ihre eigenen Ausgaben selbst finanzieren zu können. Daraus resultiert ein höherer Kapitalbedarf, für den eine Finanzierungsrunde in Frage kommt.

Von Seed-Finanzierungen und von Serie-Finanzierungen

Bei den Finanzierungsrunden wird grundsätzlich zwischen verschiedenen Varianten unterschieden. Die Seed-Finanzierung ist die erste Finanzierungsrunde eines Unternehmens. Sie bildet sozusagen das Gerüst oder die Basis für das Unternehmen. Diese Finanzierungsrunde ist die Grundlage, damit das Unternehmen sich „setzen“ kann. Solche Seed-Finanzierungen werden meist von Supportern oder den Business-Angels durchgeführt. Die Masse in diesen Runden beläuft sich im kleinen bis mittleren sechsstelligen Bereich. Spätere Finanzierungsgründe tragen häufiger Venture-Capital-Investoren, die solche Finanzierungsrunden professionell betreiben. Diese Runden nennt man Serie-Finanzierungen; die erste Serie-A-Finanzierung usw. Entsprechend ist der Umfang einer solchen Serie-Finanzierung viel größer als bei einer Seed-Finanzierung. Grundlage für Serie-Finanzierungen sind in der Regel Wachstumspläne.

Wie läuft eine Finanzierungsrunde ab?

Üblicherweise erhalten die Investoren für ihren Beitrag in der Finanzierungsrunde Anteile des finanzierten Unternehmens übertragen. Meist richten sich die Anzahl der Anteile an der Beteiligung des Investors an der Finanzierungsrunde. Im Umkehrschluss verfügen die bisherigen Anteilseigner des Unternehmens über weniger Anteile am Unternehmen. In der Wirtschaftssprache nennt man diesen Vorgang „Verwässern“. Um das Verwässern für die Anteile älterer Eigner zu verhindern, besitzen diese meist ein Bezugsrecht auf eine neue Aktie. Dieses Recht funktioniert ähnlich wie ein Vorkaufsrecht. Die Anteilseigner können entweder die neuen Aktien erwerben und damit ihren prozentualen Anteil am Unternehmen behalten. Nehmen sie das Bezugsrecht nicht wahr, können sie es verkaufen und erhalten entsprechend den Verkaufserlös.