Startup-Finanzierung mit ICOs

Startup-Finanzierung mit ICOs: Ein Überblick

Aufgrund der „Kryptomanie“, die durch die rasanten Kurssprünge des Bitcoin und zahlreicher anderer Kryptowährungen entstanden ist, befassen sich mehr und mehr Startups mit der Materie und überlegen, die Entwicklungen für das eigene Vorhaben zu nutzen. Das Ziel: Über einen ICO frisches Kapital besorgen – dabei erinnert die Vorgehensweise an IPO (Initial Public Offering) und ist so etwas wie der Börsengang 2.0. Beim ICO werden jedoch keine Anteile des Start-ups verkauft, sondern Tokens angeboten, die als Art Gutschein verstanden werden können. Somit kann das Start-up Geld lukrieren, muss sich aber nicht mit den zahlreichen Auflagen (wie etwa die Offenlegungspflicht) befassen, die im Zuge des Börsengangs vorgeschrieben werden.

Welche Möglichkeiten stehen Start-ups zur Verfügung?

(Foto: Pixabay)

Start-ups haben die freie Wahl, wenn sie frisches Kapital über einen ICO generieren möchten: Sie können den Anleger über digitale Gutscheine am Unternehmen beteiligen, wobei die Ausgabe eines Equity Tokens auch rechtliche Anforderungen mit sich bringt, da man die Unternehmensanteile öffentlich platzieren muss. Ein aufwendiger und auch teurer Schritt. Bislang gibt es kein deutsches Start-up, das diesen Weg gewählt hat. Auch die BaFin, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, hat bestätigt, dass es noch keinen Präzedenzfall gibt; ob in naher Zukunft deutsche Start-ups diesen Weg gehen werden, steht noch in den Sternen.

In Deutschland haben die Start-ups bislang nur sogenannte Utility Tokens ausgegeben – das sind digitale Gutscheine, die vom Inhaber dazu genutzt werden können, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Zu beachten ist, dass es für die Anleger keinen Zins, kein Mitspracherecht und auch keine Dividende gibt. Doch den Start-ups geht es dabei nicht nur um die Tatsache, dass Gutscheine „verkauft“ werden – es geht um den Aufbau eines Kundenstocks. Noch gibt es jedoch keine Simulation, die mitunter zeigt, wie sich das Investment – wie etwa im Zuge der Forex Simulation – entwickelt.

Der Ablauf

(Foto: Pixabay)

Befinden sich im Unternehmen eigene Blockchain-Entwickler, so kann die Ausgabe der Tokens natürlich in Eigenregie durchgeführt werden. Doch nur in den wenigsten Fällen gibt es Blockchain-Experten in einem Start-up, sodass ein Dienstleister benötigt wird. Zu Beginn startet fast jedes ICO damit, dass die Start-ups zuerst mit den Anlegern Kontakt aufnehmen – es gibt einen Vorverkauf, sodass nur ein Teil der digitalen Münzen zum Verkauf angeboten werden. In der Regel sind es 5 Prozent. Das Ziel? Aufmerksamkeit erregen und für eine höhere Nachfrage sorgen, sodass in weiterer Folge nicht nur die Erstinvestoren angesprochen werden, sondern wenig später eine Vielzahl an Menschen, die sich beteiligen möchten. Zu beachten ist, dass es aktuell noch keine Qualitätskriterien für ICO-Tokens gibt – das heißt, der Anleger weiß nicht, wie es um die Qualität der ausgegebenen Tokens bestellt ist. Er muss daher in Eigenregie prüfen, wie „gefährlich“ das Investment tatsächlich ist.

Der Hintergedanke

Man könnte die Meinung vertreten, im Vordergrund stehe nur die Kapitalbeschaffung. Schlussendlich sorgt der „Börsengang 2.0“ für mehr Geld, das in weiterer Folge investiert werden kann – etwa für den Ausbau des Unternehmens. Das ist jedoch nur zum Teil richtig – es geht den Start-ups auch um den Erstkontakt mit den Nutzern. Schlussendlich sollen diese den digitalen Gutschein dann gegen Dienstleistungen eintauschen, sodass in weiterer Folge gleich ein Kundenstock aufgebaut werden kann. Somit möchte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einerseits soll neues Kapital beschaffen werden, andererseits geht es um den Aufbau eines Kundenstocks und der Hoffnung, Stammkunden zu gewinnen, die für regelmäßige Einnahmen sorgen.

 

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