Überleben in der Welt der App-Startups

Du hast eine einzigartige Idee, eine ausgereifte Technologie, Finanzierung ist kein Problem für Dich und Dein angehendes Team sprüht vor Elan und Engagement? Diese Faktoren sind keine Garantie für einen erfolgreichen Start in den überfüllten mobile App Markt. Das Unternehmen Blurb hat zwei Experten auf diesem Gebiet befragt, um Dir Survival Tipps für das Überleben in diesem dynamischen Markt zu präsentieren. Christian Schulte ist Gründer der App Qeep. Qeep ist eine „Meet and Play“ App, die es der Online Community erlaubt sich über Chat, Fotoblogs und Mulitplayer Games auszutauschen. Julian Grandke ist Brand Manager bei Pixoona, eine App für Momentaufnahmen, die mit Liedern, Videos und Kommentaren verknüpft werden können. Beide Experten berichten von den ersten Hürden, dem hegen und pflegen einer Internetcommunity, und wirkungsvollen Marketingstrategien.

Die Hürden der App-Startups

Die erste Hürde, mit der die meisten Gründer zu kämpfen haben ergibt sich bei der finanziellen Unterstützung neuer Projekte. Christian Schulte hat dieses Problem auf den Punkt gebracht: „Es ist leider immer noch so in Deutschland, dass die Finanzierung junger Unternehmen nicht einfach ist. Es gibt nur wenige VC und wenig Förderprogramme. Ich denke daher, dass die Finanzierung das größte Problem junger deutscher Unternehmen ist.“

Hast Du Dir überlegt zu expandieren? Pixoona bedient nicht nur den deutschen Markt und kann internationale Vergleiche anstellen. „Im deutschsprachigen Markt ist wie gewohnt und oft zitiert schon eine größere Skepsis bei neuen Angeboten da. In anderen Märkten, zum Beispiel in den USA, ist der Umgang etwas spielerischer und mit weniger Hemmungen verbunden.“

Wie baut man eine Internetcommunity auf?

Die Etablierung einer Internetcommunity ist eine kritische Phase. Glücklicherweise war die Erwartungshaltung vor sechs Jahren, als Qeep auf den Markt gebracht wurde, niedriger und der Wettbewerb noch deutlich geringer als heute. Für Schulte wurde die Etablierung einer Internetcommunity mit jedem neuen Nutzer einfacher: „Wie am Anfang jeder Community ist man selbst sein bester Kunde und ständig online. Gleiches gilt für die Mitarbeiter. Wie ein zartes Pflänzchen muss man dann die Community hegen und pflegen. Mit jedem neuen Nutzer wird dies einfacher. Am Ende des Tages braucht man, meiner Meinung nach, ein gutes Produkt, viel Fleiß und einen langen Atem. Heute mit über 20 Millionen Nutzen greifen natürlich die Netzeffekte. Dies bringt auch ganz klare Vorteile auf der Distributionsseite. Während wir zu Beginn jeden einzelnen Nutzer einkaufen mussten, gewinnen wir heute 75% der Nutzer organisch bzw. viral.“

Julian Grandke bestätigt, dass es kein Patentrezept gibt: „auch kein genaues Label was beschreibt was denn nun eine etablierte Internetcommunity darstellt und wie diese funktioniert. Man muss täglich daran arbeiten, dass sich eine Community entwickeln kann. Wenn man aufhört und denkt, dass es von selber läuft, geht das nicht lange gut. Das ist ein Prozess und wir befinden uns auch noch mittendrin. Bei uns ist jetzt zum Beispiel wichtig auch lokale Communities aufzubauen und zu stärken und zum anderen ständig zu versuchen Wege zu finden Nutzer zu noch mehr Aktivität zu bewegen. Denn darum geht es im Endeffekt.“

Effektive Kundenbindung durch schlaues Marketing

Christian Schulte empfiehlt folgende Marketinstrategie: „Die Faustregel lautet je weniger Medienbruch desto erfolgreicher ist die Kampagne. Inzwischen beschränken wir unser Marketing konsequent auf das mobile Web und sind damit sehr erfolgreich. Hier spielen wir aber die gesamte Brandbreite von Banner- oder Textwerbung, über Affiliate-Programme bis zu klassischen mobile SEM und SEO Aktivitäten.“

Julian Grandke und das Pixoona Team schließen sich dieser Meinung an und bevorzugen eine minimalistische Vorgehensweise, da sie ähnliche Erfahrungen gesammelt haben. Beim Marketing heißt die Devise hier ebenfalls weniger ist mehr: „Insgesamt haben wir festgestellt, dass komplexe Marketingstunts eher kontraproduktiv sind. Immerhin müssen sich potenzielle Nutzer schon mit einem innovativen Produkt auseinandersetzen. Darauf muss dann der Fokus liegen.“

Folgende Tipps geben die App-Startups euch Lesern und potentiellen App-Gründern mit auf den Weg:

1. Was lange währt, wird gut! Christian Schulte rät jungen Gründern geduldig zu bleiben und vor allem die Hoffnung nicht aufzugeben. „Habt Mut, wenn ihr von Eurer Idee überzeugt seid und bringt viel Ausdauer mit. In der Presse werden immer oft Unternehmen hochgejubelt, die es in 1-2 Jahren zu Weltruhm geschafft haben. Dies ist aber eher die Ausnahme und es gibt sehr, sehr viele Unternehmen, die sich über Jahre ein solides Geschäft aufgebaut haben. Dies wird leider oft übersehen und Leute sind schnell enttäuscht, wenn der große Erfolg nicht direkt nach der Gründung kommt.“

2. Einfachheit ist Trumpf! Herr Grandke bringt dies auf den Punkt: „Man darf nicht zu kompliziert denken – es geht eher darum eine passende Atmosphäre zu schaffen, damit sich Nutzer auf das Produkt einlassen und dieses möglichst spielerisch einsetzen können. Die Geschichte muss stimmig sein und der Nutzer Spaß haben.“

 

Über die Autorin
Gloria GavrilovicGloria Gavrilovic hat vor kurzem Ihr Anglistik Studium in Düsseldorf abgeschlossen. Zurzeit lebt sie in England und beschäftigt sich täglich mit Arbeitsaufgaben aus der digitalen Welt, insbesondere dem Bereich Social Media und Online Marketing.

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